Juni 2020 - Rettungshunde Trainingswoche

ÖHV-Rettungshundestaffel Eberschwang - Trainingswoche in der Ramsau am Dachstein vom 10.06.-14.06.2020

Bereits zum 13. Mal waren wir heuer am Trillerhof von Hilde und Norbert Erlbacher in der Ramsau am Dachstein zu Gast und absolvierten mit unseren Hunden ein sehr arbeitsintensives Training.

Wegen Corona mussten wir die Anreise, die für Mitte Mai geplant war leider auf Juni verschieben.

Motiviert starteten am Mittwoch, 10.06.2020, 10 Rettungshundeführer mit ihren Hunden in die Ramsau. Leider meinte es der Wettergott bei der Anreise nicht so gut mit uns - es schüttete wie aus Kübeln.

Am Abend lichteten sich jedoch die Wolken und man konnte teilweise schon wieder den blauen Himmel sehen. Die Wetterprognosen für den nächsten Tag waren ganz gut.

Bevor wir jedoch mit dem ersten Trainingstag starteten stand am Abend noch eine Theorieeinheit auf dem Programm.

Es wurde der richtige Umgang mit den Funkgeräten besprochen und geübt. Weiters erklärte Gerhard noch wie man eine Landkarte richtig liest und die richtige Anwendung vom Kompass.

Müde fielen wir nach der intensiven Lehreinheit in die Betten. Für einige war der Abend so prägend, dass sie von den Funkgeräten sogar im Traum verfolgt wurden. ("Andrea von Ines Kommen")

Am Donnerstag, ging es dann nach dem Frühstück in den Wald hinter dem Trillerhof zum Training. Bei den Hunden, die schon öfters dabei waren, spürte man richtig die Vorfreude, dass sie endlich arbeiten dürfen.

Geübt wurden gezogene Anzeigen, für die Fortgeschrittenen Hunde, wurden auch einige Blindsuchen eingebaut.

Bei allen Hunden konnte man am Ende des Tages die Fortschritte sehen, die sie in einer relativ kurzen Zeit gemacht hatten.

Auch der Umgang mit den Funkgeräten, der am Vorabend noch für rauchende Köpfe sorgte, war am Ende des Trainingstages bei allen in Fleisch und Blut übergegangen.

Nach dem Abendessen, hatte sich Gerhard wieder ein ganz spezielles Abendprogramm ausgedacht. Es stand die Seil- und Knotenkunde auf dem Programm. Verschiedene Knotentechniken wurden geübt. Obwohl es sehr interessant war, sorgten diese Knoten bei manchen für ziemliche Verwirrung.

Am Freitag ging es auf die Ochsenalm in ca. 1200 m Höhe. Die Ochsenalm bietet ideale Bedingungen um die Wegsuche zu trainieren. Dieses Mal erwartete uns, im Gegensatz zum letzten Jahr, wieder ein aufgeräumter Wald. Auch das Wetter zeigte sich von der schönsten Seite. Das steile Trainingsgelände ist jedoch immer wieder eine große Herausforderung für die Hunde, Helfer und Hundeführer. Wir freuen uns aber jedes Jahr wieder auf diesem anspruchsvollen Gelände trainieren zu dürfen.

Bei der Wegsuche kamen dann auch die verschiedenen Karten und der Kompass zum Einsatz.

Trotz ausführlicher Erklärung was die Bestimmung der Himmelsrichtungen mit dem Kompass betrifft, dürfte das bei manchen doch nicht ganz klar gewesen sein. Am Abend als die Sonne beim Trillerhof unterging kam es hier prompt zu Verwechslungen was den Westen und den Süden betrifft. Das der Sonnenuntergang irrtümlich in den Süden verlegt wurde konnte jedoch schnell aufgeklärt werden.

Für Samstag war, wie schon wie die Jahre zuvor, ein Ausflug geplant. Dieses Mal sollte es auf den Hochwurzen gehen. Für die Fahrt mit der Hochwurzenbahn benötigten wir auch einen Maulkorb für die Hunde. Wie sich aber am Vorabend herausstellte, hatte ein Hundeführer den Maulkorb zu Hause vergessen. Da wir keinen unserer Teammitglieder jemals in Stich lassen, beschlossen wir einfach einen kreativen Abend zu veranstalten um einen Maulkorb zu basteln. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt.

Nach einer kurzen Besprechung, welche Materialien benötigt werden gingen wir ans Werk.

Da es auch in der Steiermark das Sammelsystem mittels "Gelben Sack" gibt, war das perfekte Material bald gefunden. Es dauerte auch nicht lange, bis der Maulkorb fertig war. Das Ergebnis konnte sich unserer Meinung nach wirklich sehen lassen. Wir waren richtig stolz. Wie sich jedoch herausstellte, trafen wir leider nicht den Geschmack des Hundes für den er bestimmt war. Der Spaß war es uns jedoch wert, denn was gibt es schöneres als wenn ein Team an einem Strang zieht.

Nach dem Frühstück starteten wir am Samstag bei traumhaftem Wetter, um mit unseren Hunden in der schönen Bergwelt auf dem Hochwurzen zu wandern.

Nachdem alle die Gondelfahrt mit ihren Hunden gut gemeistert hatten, erkundeten wir den "Bankerlweg" am Hochwurzen. Zu Mittag wurden die mitgebrachten Lunchpakete verzehrt.

Bevor wir wieder die Talfahrt antraten genossen wir noch das wundervolle Panorama und die Sonne.

Am frühen Nachmittag kehrten wir wieder zurück auf den Trillerhof. Da um 22:00 Uhr die Nachtsuche auf dem Programm stand gönnten wir den Hunden eine längere Ruhepause. Die Nachtsuche ist neben dem Training auf der Ochsenalm eines der Highlights in dieser Trainingswoche. Dementsprechend groß ist die Vorfreude bei den Hundeführern.

Beim Einsetzen der Dämmerung ging es dann, mit unseren Hunden in den Wald.

Es ist immer wieder faszinierend, wenn man in der Dunkelheit den Hunden bei der Suche zusieht. Da die Hunde mit Leuchtbändern ausgestattet sind, sieht man genau wo sie sich bewegen.

Nachdem alle Opfer gefunden wurden ging es wieder zurück auf den Trillerhof. Dort gab es dann noch eine kurze Nachbesprechung. Jeder konnte stolz auf die Leistungen seines Hundes sein.

Die kurze Nacht und die Strapazen der letzten Tage waren bei keinem spurlos vorübergegangen. Aber für das letzte Training am Sonntagvormittag gab jeder noch sein Bestes.

Auch mit dem Wetter hatten wir noch ziemliches Glück, ging doch am Morgen vor dem Frühstück noch ein gewittriger Schauer nieder, so blieb es während des Trainings trocken. Sogar die Sonne lies sich noch kurz blicken.

Mit einem leckeren Mittagessen, aus der Sterneküche von Hilde, gestärkt, ging es dann am frühen Nachmittag wieder in Richtung Heimat.

Rückblickend war es eines der schönsten und erfolgreichsten Trainingslager. Die harmonische Stimmung im Team spiegelte sich auch bei der Arbeit mit den Hunden.

Auch die Neuen im Team, die heuer das erste Mal dabei waren, haben sich bereits sehr gut eingelebt. Da es bei den Neuen teilweise zu Sprachschwierigkeiten mit dem Innviertler Dialekt kam, wurde an einem Abend spontan ein Sprachkurs in "Innviertlerisch" abgehalten.

Inspiriert für das ganze wurden wir eigentlich von Maxi (Enkerl von Norbert u. Hilde), der mit seinem "d`Weiberleit - Sager" - natürlich in steirischem Dialekt - bei uns immer für Schmunzeln sorgte.

Abschließend möchten wir uns noch bei Norbert und Hilde für die Gastfreundschaft, die uns immer entgegengebracht wird, sehr herzlich bedanken.

Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen im Herbst am Trillerhof.

Doris Zillner

16.05.2020

Hoch motivierte Trainer = zufriedene Kursteilnehmer
zufriedene Kursteilnehmer = motivierte Trainer

Die Gesichter der Kursteilnehmer sowie der Trainer strahlen an diesem Samstag mit der Sonne um die Wette. Gemeinsam mit den Kursteilnehmern versuchen wir die verlorenen zwei Monate wieder aufzuholen, steht doch am 1. August für einige eine Begleithundeprüfung vor der Tür.

Mit der Motivation die alle an den Tag legen dürfte diese Prüfung aber keine allzu große Hürde sein.

Auch beim Rettungshunde Training durften sich die Hunde wieder einmal so richtig auspowern.