











|
|
Rettungshunde
Die Erde bebt, Häuser stürzen
ein und
begraben die Bewohner unter ihren Trümmern.
Eine
Lawine geht ab und reißt eine Gruppe Schifahrer
oder Snowboarder mit in die Tiefe.
Ein Kind verirrt sich im Wald,
die Eltern sind in Sorge und verzweifelt.
Ein alter, verwirrter Mensch ist zum Essen nicht mehr
nach Hause gekommen - die Angehörigen sorgen sich
und beginnen zu suchen.
Das alles sind typische Situationen, wo auch im Zeitalter
der modernsten Technik niemand und nichts schneller
Hilfe bringt als ein gut ausgebildeter Rettungshund.
|
|
|
Das Training
Das Training von Rettungshunden erfordert
sehr viel Zeitaufwand und auch viele Mühen durch
die Hundeführer.
Wir sind - vor allem in der Trümmersuche - auf
spezielle Trainingsgelände und Abbruchhäuser
angewiesen, die es leider nicht so oft gibt. Aber auch
für das Training der Flächen- und Fährtensuche
benötigt man verständnisvolle Grundeigentümer
und Jagdpächter, die ihre Areale zur Verfügung
stellen.
Und da dies nicht so selbstverständlich ist, wie
man eigentlich im Sinne der guten Sache annehmen sollte,
sind bei der Anfahrt zum Training oft viele Kilometer
zurück zu legen.
Es ist also nicht so, dass man einfach einmal schnell
zum nächsten Hundeplatz um die Ecke fahren
braucht, und es muss daher jedes Training entsprechend
effizient genutzt werden.
Bei Neuaufnahmen achten wir neben der charakterlichen
Eignung des Hundeführers auch sehr auf die
kynologische Vorbildung von Hund und Hundeführer,
wobei Teams, die bereits abgelegte
Begleithunde- und/oder Fährtenprüfungen aufweisen
können, am ehesten Chancen auf ein
"Schnuppertraining" haben.Um
möglichst gute Einsatztauglichkeit zu erlangen,
wird auf eine
gediegene Ausbildung sowie regelmäßiges und
intensives Training größter Wert gelegt.
Dementsprechend werden insbesondere Trümmer-, Flächen-
und Fährtensuche laufend trainiert.
Aber auch die Bereiche Unterordnung (Gehorsam) und Gewandtheit
(Geschicklichkeit)
werden regelmäßig geübt:
Unser Rettungshundeteam trainiert folgende Einsatzarten:
|
a) Unterordnung
Die Gehorsamsarbeiten werden von den
einzelnen Hundeführern in kleinen Sequenzen nahezu
täglich geübt, ein bis zwei mal pro Woche
gibt es dann ein gemeinsames Training in der ÖRV
Hundeschule Eberschwang.
|
|
b) Gewandtheit
Für die Gewandtheit sind spezielle
Geräte, wie Wippe, Fassbrücke, waagrechte
Leiter oder Kriechgang erforderlich. Das Training
erfolgt in Abwechslung mit der Unterordnung.
|

|
c) Fährtensuche
Bei
der Fährtensuche folgt der Rettungshund der Spur,
die z.B. ein verirrtes Kind hinterlassen hat. Dabei
sind die Hunde oft in der Lage eine Spur zu verfolgen,
die schon mehrere Stunden alt ist.
Die Hundeführer trainieren hier mit ihren Hunden
meist alleine oder zu zweit auf den Wiesen und Äckern
in der Umgebung.
|
|
d)
Flächensuche
Wenn
man vermutet, daß sich ein Mensch in einem Waldstück
verirrt hat, man aber den Ausgangspunkt seiner Spur
nicht genau aufnehmen kann, so muß die ganze
Fläche durchsucht werden. Dabei wird der Hund
vom Hundeführer in Zickzack-bewegungen geschickt,
während dieser sich in gerader Linie durch den
ihm zugeteilten Suchbereich bewegt. So können
einige wenige Rettungshundeteams innerhalb kürzester
Zeit ein relativ großes Gebiet durchsuchen und
vermißte Personen aufstöbern.
Die Flächensuche wird auf mehreren Arealen in
der näheren Umgebung trainiert. Da die meisten
Hunde sehr schnell das Prinzip der Suche verstanden
haben, beschränkt sich das Training meist auf
die gezielte Lenkbarkeit des Hundes (also, dass er
sich in eine bestimmte Richtung schicken lässt
und erst dann umkehrt, wenn es ihm befohlen wird)
und auf einfache Anzeigeübungen.
|
|
e) Trümmersuche
Die
Trümmersuche ist die wohl schwierigste Aufgabe
für einen Rettungshund. Dabei muß sich der
Hund auf und in eingestürzten Gebäuden bewegen
und selbständig nach verschütteten Opfern
suchen. Findet er eine Person, so hat er bei ihr zu
bleiben und durch lautes Bellen seinem Hundeführer
die Fundstelle anzuzeigen.
Zuerst ist es wichtig, dass die Hunde lernen, sich sicher,
ohne jede Scheu, auf rutschigem, oft unangenehmem Untergrund,
wie Schutthaufen, halben Hausmauern, schräghängenden
Decken, zu bewegen. Auch Eisenteile und Glassplitter
gehören zum "täglichen Brot" dieser
Hunde. Wenn dies sitzt, ist es wichtig, dass die Hunde
lernen, sich selbständig in Gebäuden zu bewegen,
auch in enge und dunkle Räume zu kriechen. Oft
ist es dem Hundeführer nicht möglich, seinem
Hund auf dem Weg zu einem Opfer zu folgen - und es wäre
fatal, wenn sich der Hund dann durch Enge, Dunkelheit
oder zu großer räumlicher Entfernung vom
Hundeführer irritieren ließe.
|
|
f) Anzeigen
Und das wichtigste Teil im Ausbildungspuzzle
ist wieder das Verbellen: hier reicht es aber nicht,
wenn der Hund sichtbare Personen verbellt, sondern
es ist wichtig, dass er sich nur auf seine Witterung
verlässt und auch dann anzeigt, wenn er keinen
Sichtkontakt hat, und nicht bis direkt zum "Opfer"
vordringen kann.
|
|
Aus
der kurzen Beschreibung unseres Trainings erkennt
man wohl den großen Aufwand,
der zur Ausbildung eines verlässlichen Rettungshundes
nötig ist.
Abgerundet
wird die Ausbildungs- und Trainingstätigkeit
durch die Teilnahme an nationalen,
aber auch internationalen Übungen, Kursen, Seminaren
und Wettbewerben,
damit ein entsprechend hoher Ausbildungsstand gewährleistet
bleibt.
|
Prüfungen
Die
Rettungshundeführer/Innen sind verpflichtet, mit
ihren Hunden eine Einsatzprüfung zu absolvieren,
die von Richtern der Internationalen Rettungshunde-Organisation
(IRO) abgenommen wird.
Die Prüfung der Rettungshunde erfolgt nach der
nationalen und internationalen Prüfungsordnung
in den Sparten Fährtensuche, Flächensuche
und Trümmersuche.
Zur Überprüfung ihres jeweiligen Ausbildungsstandes
nehmen die Hundeteams an nationalen und internationalen
Katastrophenübungen und Wettkämpfen teil.
|
|
|
|